Karl Weber  
Aus: Koblenzer Köpfe - Personen der Stadtgeschichte von Wolfgang Schütz.
Mit freundlicher Abdruckgenehmigung durch Herrn Manfred Moser (Schängel, Verlag für Anzeigenblätter), der auch Verantwortlicher für Layout und Gestaltung des Buches war. K. W. 

Bundesjustizminister im Kabinett Ludwig Ehrhard ( 1965)
geb. 8. 3. 1898 in Arenberg bei Koblenz
gest. 21. 5. 1985 in Koblenz

Das große Gebäude auf dem neugestalteten Bahnhofsvorplatz erhielt bei der Einweihung am 26. August 2000 den Namen "Karl-Weber-Haus". Es erinnert an den ersten Präsidenten der Rechtsanwaltskammer Koblenz: Justizrat Dr. Karl Weber. Er wurde 1924 in Koblenz Rechtsanwalt und wirkte in dieser Eigenschaft hier mehr als 60 Jahre. Er war Soldat in beiden Weltkriegen und musste bei Kriegsende jedesmal neu beginnen. Er baute auch die Anwaltskammer neu auf und wurde am 6. 2. 1947 zu ihrem ersten Präsidenten gewählt. Karl Weber behielt dieses Amt unangefochten bis 1975 - also bis zum Alter von 77 Jahren. "In diesen 28 Jahren hat er die Kammer geprägt, die alle Rechtsanwälte im nördlichen Rheinland- Pfalz erfasst; er hat unser Ansehen und das unseres Standes durch seine Persönlichkeit gestärkt", versicherte
Justizrat Dr. Karl Eichele bei der Einweihung des Karl-Weber-Hauses. Von 1967-1974 war Karl Weber außerdem Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer und damit Repräsentant aller deutschen Rechtsanwälte. Bereits 1949 wurde ihm der Ehrentitel des Justizrates von Peter Altmeier (Ministerpräsident RLP) verliehen. - In jungen Jahren schon hatte sich Karl Weber in der Zentrumspartei politisch engagiert. 1945 war er Mitgründer der CDU in Koblenz. 1949 zog er in den ersten Deutschen Bundestag ein, dem er 16 Jahre angehörte. Von 1953-1961 war er im Bundestag Vorsitzender des Rechtsausschusses. Als Höhepunkt und Abschluss seiner beruflichen Tätigkeit war Karl Weber vom 26. 3. 1965 bis November 1965 Bundesjustizminister in der Regierung Ludwig Erhards. Der Musikfreund Karl Weber war außerdem vom Neubeginn 1947 bis 31. 3. 1969 Intendant des 1808 gegründeten Koblenzer Musik-Institut. Damit hatte er 22 Jahre entscheidenden Einfluss auf das Konzertleben seiner Heimatstadt. Karl Weber erhielt viele Auszeichnungen und Ehrungen, u. a. das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.