Das große Gebäude auf dem neugestalteten Bahnhofsvorplatz erhielt bei
der Einweihung am 26. August 2000 den Namen "Karl-Weber-Haus".
Es erinnert an den ersten Präsidenten der Rechtsanwaltskammer Koblenz:
Justizrat Dr. Karl Weber. Er wurde 1924 in
Koblenz Rechtsanwalt und wirkte in dieser Eigenschaft hier mehr als 60
Jahre. Er war Soldat in beiden Weltkriegen und musste bei Kriegsende jedesmal
neu beginnen. Er baute auch die Anwaltskammer neu auf und wurde am 6. 2.
1947 zu ihrem ersten Präsidenten gewählt. Karl Weber behielt dieses Amt
unangefochten bis 1975 - also bis zum Alter von 77 Jahren. "In
diesen 28 Jahren hat er die Kammer geprägt, die alle Rechtsanwälte im nördlichen
Rheinland- Pfalz erfasst; er hat unser Ansehen und das unseres Standes
durch seine Persönlichkeit gestärkt", versicherte
Justizrat
Dr. Karl Eichele bei der Einweihung des Karl-Weber-Hauses. Von
1967-1974 war Karl Weber außerdem Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer
und damit Repräsentant aller deutschen Rechtsanwälte. Bereits 1949 wurde
ihm der Ehrentitel des Justizrates von Peter Altmeier (Ministerpräsident
RLP) verliehen. - In jungen Jahren schon hatte sich Karl Weber in
der Zentrumspartei politisch engagiert. 1945 war er Mitgründer der CDU
in Koblenz. 1949 zog er in den ersten Deutschen Bundestag ein, dem er 16
Jahre angehörte. Von 1953-1961 war er im Bundestag Vorsitzender des Rechtsausschusses.
Als Höhepunkt und Abschluss seiner beruflichen Tätigkeit war Karl Weber
vom 26. 3. 1965 bis November 1965 Bundesjustizminister in der Regierung
Ludwig Erhards. Der Musikfreund Karl Weber war außerdem vom Neubeginn 1947
bis 31. 3. 1969 Intendant des 1808 gegründeten Koblenzer Musik-Institut.
Damit hatte er 22 Jahre entscheidenden Einfluss auf das Konzertleben seiner
Heimatstadt. Karl Weber erhielt viele Auszeichnungen und Ehrungen, u. a.
das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.